LIBUSA- oder: Müssen Klausuren in der Schule geschrieben werden?
Kunstbetrachtung durch Abbildungen oder Projektionen ist häufig unbefriedigend - gerade bei großen und plastischen Werken. Wie kann man in einer Klausur zur Informellen Malerei haptische Qualitäten herausstellen lassen, wenn die Abbildung flach ist? Oder wie kann der Entstehungsprozess eines Kunstwerkes entschlüsselt werden, wenn man die vielen Farbschichten und Materialien auf einer kleinen Reproduktion nicht erkennen kann?
Die Lösung liegt bzw. hängt nahe, nur ein paar Kilometer entfernt – mitten in Siegen! Im Museum für Gegenwartskunst! Das Museum beherbergt phantastische Kunstwerke, so auch informelle Arbeiten des Künstlers Emil Schumacher, der 1982 als 6. Rubenspreisträger der Stadt Siegen ausgezeichnet wurde. Also, fragen kostet nichts... Mit Erfolg: Die Museumsleitung zieht begeistert mit! Für zehn Schülerinnen des 12. Jahrganges wird das Museum am 4.11.2005 für ihre erste Kunstklausur schon um 8 Uhr geöffnet, es werden Tische und Stühle bereitgestellt und Glück gewünscht!

Endlich kommt mal Bewegung in die Klausur!
Die Schülerinnen analysieren LIBUSA, ein ca. 170 x 180 cm großem Bild von Emil Schumacher. Sie sitzen, stehen und bewegen sich auch während der Klausur vor dem Gemälde, betrachten es von ganz nahem oder aus der Distanz – eben echtes Kunsterleben! Dies wurde nicht nur in der angeregten Diskussion vor dem Bild nach der Schweigezeit Klausur deutlich, sondern auch in der Qualität Klausuren.
Unser Dank gilt der Museumsleiterin Frau Dr. Schmidt und ihren Mitarbeitern, die uns dieses Ereignis ermöglicht haben!

Geschafft! LIBUSA und die Künstlerinnen der Jahrgangsstufe 12
P.S.: Die Fotos wurden selbstverständlich ohne Blitz und Stativ aufgenommen!
Lutz Krämer